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„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Dieser Satz wird Lenin zugeschrieben – belegt ist die Urheberschaft nicht, doch geläufig ist er bis heute.
Ich stelle ihn auf den Kopf: Kontrolle ist gut. Vertrauen ist besser. Wer kontrollieren will, will Sicherheit. Das ist legitim. Doch schau genauer hin: Hinter dem Drang, alles im Griff zu haben, steckt oft Angst. Angst vor dem, was kommen könnte. Kontrolle ist der Versuch, die Zukunft festzuhalten, bevor sie da ist. Eine Vermeidungsstrategie. Und sie hat einen Preis: Anspannung, Stress, ein Körper, der nie ganz zur Ruhe kommt. Vertrauen funktioniert anders. Vertrauen heißt nicht, die Augen zu schließen und zu hoffen. Es heißt: Ich tue, was in meiner Hand liegt – und gebe den Rest frei. Ich vertraue darauf, dass sich die Dinge entwickeln, wie sie sich entwickeln. Dass auch das Unerwartete einen Platz hat. Das ist keine Naivität. Das ist eine trainierbare innere Haltung. Diese Angst vor Kontrollverlust begegnet mir in meiner Arbeit immer wieder. Manche Menschen haben gerade deshalb Angst vor Hypnose – sie fürchten, die Kontrolle abzugeben. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Mit Hypnose und NLP gebe ich Menschen ihre Kontrolle zurück: Blockaden lösen sich, Ängste lösen sich auf, und an ihre Stelle tritt Vertrauen – Urvertrauen und Selbstvertrauen. Nicht Kontrolle über alles, sondern Vertrauen in sich selbst und in den eigenen Weg. Der Unterschied zeigt sich im Körper. Kontrolle: eng, wach, gespannt. Vertrauen: weit, ruhig, durchlässig. Dein Nervensystem kennt beide Zustände – und es merkt sofort, in welchem du gerade lebst. Die Frage ist nicht, ob du Kontrolle ganz aufgibst. Manchmal braucht es sie. Die Frage ist, ob du sie loslassen kannst, wenn sie dich mehr kostet als sie dir bringt. Genau hier beginnt Vertrauen. Kontrolle ist gut. Vertrauen ist besser.
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AutorKurt Egger Archiv
Juni 2026
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